Mit Atemalkoholbestimmung wird die Messung des Alkoholgehaltes in der Atemluft bezeichnet. Nach Genuss von alkoholhaltigen Getränken oder Lebensmitteln findet in den Lungenbläschen (Alveolen) ein Gasaustausch zwischen der Atemluft und dem aufgenommenem Alkohol statt. Der im peripheren Blut enthaltene Alkohol wird von der eingeatmeten Frischluft aufgenommen und mit der Ausatmungsluft abgegeben, wodurch eine Messung erfolgen kann, die Rückschlüsse auf die Blutalkoholkonzentration zulässt.

Die Blutalkoholkonzentration (BAK) ist ein Maß für die Menge von Alkohol im Blut und wird üblicherweise in Gewichtsanteilen als g/kg (Promille) angegeben. Sie wird verwendet, um Aussagen über die Einschränkung der Konzentrations- und Zurechnungsfähigkeit durch Alkohol abzuleiten. Die BAK kann in einer Blutprobe gemessen, aus der Atemalkoholkonzentration geschätzt oder durch Näherungsformeln über den Alkoholkonsum abgeschätzt werden. Die Entnahme einer Blutprobe kann erzwungen werden (In Österreich nicht erzwingbar – jedoch folgt rechtlich die gleiche Konsequenz, als ob man stark alkoholisiert gewesen wäre). Zur Bestimmung der BAK an Leichen darf das Blut nur aus der Leistenvene entnommen werden. Alternativ kann Augenkammerwasser verwendet werden. Blutalkohol wird in deutschen Laboren entweder in Gramm pro Liter (g/l) oder in Promille (‰) gemessen (1 ‰ = 1 g/kg ≙ 1,06 g/l und 1 g/l ≙ 0,94 g/kg = 0,94 ‰).

Für viele Autofahrer sind sie ein Alptraum: Alkoholmessgeräte, die einen den Führerschein kosten können. Früher hatte nur die Polizei solche Geräte. Seit einigen Jahren kann sich aber jeder einen „Alkomaten“ für den Hausgebrauch zulegen. Damit lässt sich nach einem Kneipenbesuch testen, ob man zu viel getrunken hat, um Auto fahren zu dürfen – und dem Pusten ins Polizeiröhrchen auf diese Weise zuvorkommen.

Die Geräte sind so groß wie ein Handy und haben an ihrer Spitze ein Mundstück, in das man kräftig hineinpusten muss. Die Atemluft gelangt dann in das Innere. Dort wird ein Teil von ihr von einer kleinen Pumpe abgesaugt und in einen winzigen Raum umgeleitet.

In ihm befindet sich ein Sensor, der ermitteln kann, wie viel Alkohol im Atem steckt.

Die meisten Sensoren arbeiten elektrochemisch. „Sie bestehen aus einer in Salzlösung getränkten Membran mit zwei Polen“, sagt Stefan Steinmeyer von der Firma Dräger, dem wichtigsten Hersteller von Alkomaten in Deutschland. „Das kann man sich wie eine kleine Batterie vorstellen.“

Ethanol – das ist die wissenschaftliche Bezeichnung für Trinkalkohol – aus dem Atem reagiert chemisch mit der Salzlösung. Er gibt Elektronen an sie ab. Sie wandern dann von einem Pol der Membran zum anderen. Dadurch wird elektrische Energie erzeugt – und die kann man messen. Das erledigt Elektronik im Alkomaten: Je stärker der Elektronenfluss, desto größer der Alkoholanteil im Atem.

Entscheidend für die Fahrtüchtigkeit, ist aber nicht der Alkohol im Atem, sondern der im Blut. Wenn man Bier oder Schnaps trinkt, werden die Getränke verdaut, und ihre Inhaltsstoffe gelangen über die Darmschleimhaut ins Blut. Mit ihm reisen sie durch den ganzen Körper – auch bis zur Lunge.

Ein winziger Teil des Alkohols wird dort aufgenommen und schließlich ausgeatmet. Der Anteil des Alkohols im Atem ist etwa 2100 Mal kleiner als der im Blut. Deshalb muss ein kleiner Computer im Alkomaten die Atemwerte am Ende in Blutwerte umrechnen. Erst dann wird das Ergebnis des Alkoholtests auf dem Display des Geräts angezeigt.

Alkomaten messen zwar immer zuverlässiger, aber hundertprozentig genaue Ergebnisse liefern die wenigsten. Natürlich sagt der Messwert auch nichts darüber aus, wie stark der Betroffene subjektiv durch den Alkohol beeinträchtigt ist. Und die Polizei interessiert der private Alkoholtest bei einer späteren Kontrolle sowieso nicht. Im Zweifel gilt: das Auto besser stehen lassen.

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